Verfasst von: Jan | Mai 16, 2010

Waldgolfer

Wer kennt das nicht? Du spielst einen wunderschönen Golfplatz mit altem Baumbestand und hoffst, dass Du nicht allzu oft in den Wald musst….

Doch schon am ersten Abschlag bei dem Blick auf das  „enge“ Fairway wird mir bewusst, heute geht was!

Ich ziehe die Waffe aus dem Bag, meistens nur ein 19er  Rescue  für den Einstieg in das Spiel.

Komischerweise gehen meine Gedanken dann aber sofort in die Richtung Fairway treffen.

Preshot-Routine ausbaufähig! Ansprechen des Balles, super! Probeschwung genial!

Der Abschlag, ein Traum. Ja, ich bin im Spiel. Wie ein Pfeil von Robin Hood geschossen, fliegt der Ball endlich mal straight übers Fairway und landet etwas Rechts vom Fairway im First Cut. So gehe ich stolz zu meinem Ball und versuche erneut einen guten Schlag in Richtung Fahne. Und nun passiert es zum ersten Mal. Ich slice den Ball lecker nach links und schwupp, liegt er irgendwo im schönen Nadelwald. Schade nur, dass nicht ein einziges Geräusch von Baumberührung zu hören war. In der Hoffnung der Ball wird schon liegen, bewege ich mich mit meinen Flightpartner in den Wald. Nach zwei Minuten der intensiven Suche findet einer meiner Mitspieler tatsächlich meinen Ball. Er liegt sogar gar nicht so schlecht. Allerdings einen geraden Weg hinaus auf das  Fairway sehe ich leider nicht. Es sind ca 15 Meter bis zum rettenden Rasen. Nach reiflicher Überlegung und Abwegung aller meiner Möglichkeiten entscheide ich mich, ach was Wunder, für mein Eisen 7.

Mit einer leichten Chipbewegung und dem langen sowie flachen Finish des Durchschwunges fliegt der Ball genau 6 Meter weit. Na toll, das war genau den Start in die Runde, den ich mir vorgestellt hatte. Ich spreche den Ball abermals mit dem Eisen 7 an und siehe da, er fliegt bis auf die andere Seite des Fairways in das Semirough. Da treffe ich den Ball so exzellent und schon bringe ich mich ein weiteres Mal in eine herausfordernde Situation. Längengewinn habe ich bei den letzten beiden Schlägen also nicht gemacht. Aber gut mit dem 5ten Schlag versuche ich nun abermals mit dem Eisen 7 in Richtung Grün zu spielen. Es gelingt mir tatsächlich den Ball bis Anfang Grün zu spielen. Glück oder Können, ich vermag es zu diesem Zeitpunkt nicht zu beantworten. Ich bin nur froh, dass endlich auch mal wieder meine Mitspieler ihre Bälle schlagen dürfen. Die beiden lagen nämlich zuckerweise in der mitte des Fairways. Ich war etwas genervt, denn dreimal hintereinander schlagen zu dürfen ist schon etwas krass. Im übrigen spielte ich an diesem wunderbaren Par 4 Loch eine geschmeidige  8.

Es wurde dennoch ein schöner  und zugleich netter Golftag. Ich lag im übrigen sechsmal an diesem Tag im Wald und habe den Ball aufgrund des sehr guten Bodens stets spielbar aufgefunden. In der Ausführung der Schläge habe ich verschiedene Schläger, wie PW, Eisen 7, Rescue und sogar den Putter benutzt. Priorität war es lediglich den Ball auf das spielbare grüne Fleckchen zu bringen, um dann wieder am regulären Spielbetrieb teilnehme zu können.

Ich hätte in der Zeit im Wald auch gut Pilze sammeln können. Es war sehr unangenehm und für meine Flightpartner nicht wirklich gewinnbringend. Nach dem letzten Putt an der 18, stellten dann auch meine Mitspieler fest, dass ich Ihnen Stellen  auf dem Golfplatz gezeigt habe, diese sie noch nie vorher gesehen haben! Ich bedankte mich auch für das schöne Spiel und versprach den beiden eine Besserung für die nächste Begegnung. Das Ergebnis des heutigen Tages war übrigens eine 112!!


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